Berufung – Berufsweg – Arbeitsstelle(n) – Job(s)

Der Berufsweg führt mich zu Stationen und Orten im Leben. Zugleich entsteht er – quasi automatisch – durch den Lauf der Zeit, durch Aneinanderreihung von Zeiten. Diese unterschiedlichen Orte, Stationen, Tätigkeiten passen mehr oder weniger gut zusammen – und zu mir. Alle schreiben sie gleichberechtigt mit an meinem Berufsweg.

Berufung“(Wer weiß heute noch, was das ist?) gibt Auskunft darüber, wo „mein Ort“, mein Innehalten und Verbleiben (gut) ist, weil dort meine ideale Entfaltung und Entwicklung ermöglicht wird.
Die erreichte und erfüllte „Berufung“ ermöglicht eine Intensität, eine vorher nur geahnte Kompetenz der Durchdringung(„Meisterschaft“) und eine Zufriedenheit, die „anderswo“ nicht zu finden ist.
Berufung ist Anspruch
Karriere machen“ dagegen sagt kaum etwas über Berufung aus, sondern zuerst etwas über die gesellschaftliche Anerkennung, d.h., über den Erfolg beim Aufstieg  in der Hierarchieleiter. Hierin – und in ihrer Inhaltsabstinenz - ist die Karriere(in Deutschland), mit ihrem Pendant auf der unteren Sprosse, dem „Job“, verwandt.

Meine Arbeitsstellen können jeweils eine Etappe, ein Stützpunkt, eine Wegmarke auf dem Berufsweg  zur Berufung sein.
Sie können sich aber auch als belanglos dafür erweisen oder gar ein Ausdruck eines Abweges, Umwegs oder einer Sackgasse sein. Der Maßstab ist immer die „Berufung“, die am Horizont erscheint oder erahnt wird.

In einem Job zu arbeiten hat kaum noch eine Beziehung zur Berufung. Jobs erfüllen andere Zwecke, Zwecke der Gegenwart.
Sie haben sich davon gelöst, ein Etappenziel zur „Berufung“ sein zu wollen oder zu müssen.  Sie sind gegenwarts-orientiert und zukunfts-gleichgültig.
Jobmentalität begnügt sich, sie kennt keinen Plan und keine Vision. Allerhöchstens bringt der gegenwärtige, „gute Job“ ausreichend Geld.