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Der Arbeitslose als König Kunde

oder wie man mit Aufbläh-Sprache vernebelt
Die Arbeitsämter – pardon, im Neusprech: die Arbeitsagentur und die Jobcenter - bezeichnen ihre Erwerbslosen seit längerem als Kunden.
Man folgt da den - Gesetz gewordenen - Vorgaben der 2002 wild zusammengewürfelten Gruppe von „Unternehmensberatern“ und "Fachleuten" in der sog. Hartzkommission (verantwortliche Personen siehe unter http://www.nachdenkseiten.de/?p=2952 )
Diese 14 gewichtigen Herren (plus einer Dame) produzierten damals  ein "modernes" Papier, gespickt mit allerlei Wort-Verschleierungs-Ungetümen wie: Personal-Service-Agentur, Fallmanager, Betreuungskunden, Ich-AG, Mini-Job, Job-Floater, Masterplan, Profis der Nation etc.....
Nach einigen Jahren Erfahrung mit diesem „kundenorientierten“ Ansatz (u. begleitender Prozesslawine) urteilen Betroffene wie folgt:
Die Bezeichnung der Erwerbslosen als „Kunden“ ist nur irreführende Rhetorik. Erwerbslose sind derzeit keine autonom handelnden Kunden. Sie können sich weder ihren Arbeitsmarktdienstleister noch die konkrete Dienstleistung aussuchen, die sie nutzen möchten. Im Gegenteil, Erwerbslose sind heute oftmals bloß Objekte und der Arbeitsverwaltung ohnmächtig ausgeliefert: Das Amt entscheidet, ob und welche Maßnahmen notwendig sind und gewährt werden bzw. welche Auflagen und Pflichten der Erwerbslose zunächst erfüllen muss. In einer ausgesprochen hierarchisch strukturierten „Beziehung“ werden Eingliederungsmaßnahmen einseitig verordnet und den Erwerbslosen „übergestülpt“.
(Siehe auch Veröffentlichungen bei www.erwerbslos.de)