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Enabeling Community

 Die starke Gemeinwesenarbeit
Sehr geehrte Damen und Herren,
verärgert möchte ich einige, kurze Bemerkungen zu Ihrem Kongress im Mai machen. (Werbung: http://www.enabling-community.de/index.php?id=12)
Ich denke, solange Sie es nötig haben, eine Bewegung der Teilhabe mit derartigen, geborgten amerikanischen Begriffen hier bei uns „einzuführen“ (machen Sie mal eine Umfrage auf der Strasse), unterscheiden Sie sich wenig von den anglophilen Kreativkünstlern der Finanzprodukte mit ihren Fantasienamen und der allgemein Bluffsprache der sog. “new economy“. (Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=9XUiLtvKqns)
Im Nachsatz soll wohl für die weniger Gebildeten die peppige Übersetzung erfolgen: „Gemeinsame Sache machen“. Wer verbündet sich da zu einem Pakt? Wer macht da eigentlich gemeinsame Sache? Wer soll...?
Mit diesen übernommenen Fremdwörtern - und es sind nicht nur die Worte(!) - ist keine wirkliche Partizipation möglich. Das schöne Lied der Partizipation kommt hier von oben und außen!
Oben möchte, dass unten in bestimmtem Sinne aktiv wird. Ganz abgesehen davon, dass es einem verkürzten Politikverständnis verpflichtet ist, indem die Zivil-Gesellschaft den Staat ersetzen soll bzw. mit ihm kooperieren. In einem Ihrer Vorbereitungstexte lese ich: „Durch professionelle gemeinwesenbezogene und sozialraumorientierte Handlungsansätze kann es gelingen, Gemeinwesen und ihre Akteure zu befähigen, selbst zu „Subjekten der Inklusion“ zu werden.“??? Irgendwer soll jemand anders befähigen, also ihn zum Objekt machen, damit dieser Subjekt werde? Schwierig, schwierig. Und woher diese Gewissheit?? Das hat doch mit politischer Analyse wenig zu tun, eher mit einem gläubigen Sendungsbewusstsein oder lautem Pfeifen im Walde. Die junge „Zivilgesellschaft“ im Verein mit dem geschwächten Staat soll der Verhandlungspartner der dominanten Ökonomie werden. Und das gerade in der derzeitigen ökonomischen Misere! Wieder große Gedankenentwürfe, nichts von Demut und nachdenklichem Innehalten. Oh je, mein Diskussionsbedarf ist groß.
Dieser Ansatz ist nach meiner Meinung idealistisch und illusionär. Mag Obama "drüben" (damit) auch noch so viel Euphorie erzeugen – zur Zeit.
Dennoch wünsche ich Ihnen anregende Diskussionen.
Mit freundlichen Grüßen, k-h albers