· 

Desinformation und Manipulation mittels Sprache

Zwei um sich greifende Sprachstile - besonders in globalisierter Wettbewerbs-Zeit.
Wie bestimmtes Sprechen eher versteckt denn klärt.
Wie bestimmtes Sprechen oder „moderne“Wortwahl 
-  verschleiert, verharmlost, entmenschlicht, umdeutet
- angeblich Unwissende klein hält, dem Bluff und der Irreführung dient.

1. Bürokratische Schein-Versachlichung
Überalterung - Kollateralschaden – Endlösung - Vorwärtsverteidigung – Freisetzung – Betreuungs-Kunde -  Neiddebatte – Industriepark – Entsorgungspark – Ich-AG – Wohlstandsmüll - Flexibilisierung des Arbeitsmarktes -  Differenzierung der Lohnstrukturen – Humankapital.......
(Siehe auch unter „Unwort des Jahres“)
2. Denglisch
benchmarking – portfolio – stakeholder – diversity – employability – empowerment – bottom up – compliance - mainstreaming usw......

Zusätzlich unterstützt und effektvoll garniert werden diese beiden Redensweisen häufig durch eine  exzessive unreflektierte Abkürzungs-Manie. ((Schönes Beispiel von SAP:  http://www.youtube.com/watch?v=9XUiLtvKqns )


Über all diese „Sprachspiele“ wird die Trennung zwischen den angeblich wissenden Eingeweihten und den uninformierten Zurückgebliebenen/Ausgeschlossenen markiert. Die Sprache soll dann weniger verbinden und vermitteln als differenzieren und diskriminieren. Insofern ist gut Manipulieren und Einschüchtern möglich.(Die herausragende Rolle der Wissenschaft in diesem gegenaufklärerischen Geschäft kann ich hier nicht besonders würdigen.)
Was können wir tun?
Wachsamkeit, naives, mutiges Fragen ist bei uns Zuhörern angebracht, nicht beflissenes heimliches „Vokabel lernen“. Schon das einfache und wiederholte (schein-naive) Nachfragen zeigt – nach meiner Erfahrung - Wirkung und bringt die Peinlichkeit wieder auf die richtige Seite, auf die Seite der Bluffer, der Imponierer und Anpasser.