· 

Prozess-Beratung oder Ziel-Beratung?

 

Auch wenn Zusammengehöriges nicht auseinander gerissen werden sollte, für Erkenntniszwecke scheint mir eine Unterscheidung von zwei Beratungstypen sinnvoll zu sein. Die prozessorientierte und die zielorientierte Beratung.
Zielorientierung fragt zuerst nach dem Was (Ziel, Finalitiät, Wozu?), während Prozessorientierung an dem Wie interessiert ist. Ich will nicht bestreiten, dass beides in jeder Beratung vertreten sein kann, dennoch haben die beiden „Zugänge“ unterschiedliche Stärken und Schwächen.
Und obendrauf: Berater, die das eine favorisieren und praktizieren, sind nicht notwendig für den anderen Weg geeignet. Braucht man als Berater(in) bspw. auf der einen Seite Geduld, „Spieltoleranz“, Phantasie, Kreativität, Sinn für vermeintlich Unnützes, „Mittauchkompetenz, so erfordert der andere Weg eher, Konzentration, deduktive(welche konkreten Schritte folgen aus deiner Erzählung?) wie induktive (welche Grobrichtung folgt aus deinem vielfältigen Sammelsurium?) Fähigkeiten, Mut zur Konkretion, klugen Umgang mit konsequentem Denken.

A     Eher prozessorientierte Beratung
- Wie soll etwas erreicht werden. („Der Weg ist das Ziel“)
- Sprünge zulassen
- Nebenschauplätze nicht abwerten
- Vermeintliches Abschweifen nicht sofort abbrechen und abwerten
- Keine roten Fäden suchen oder einfordern
- Keine Begrenung, Begrenzung vergessen
- Vorrang des Aktuellen
- Kein automatischer Vorrang des Geplanten vor dem des Aktuellen, Spontanen.

Mut zum Laufenlassen des Beratungsprozesses
Beratungsreflexion: Zeit für Gesprächsauswertung nehmen/ Verunsicherung ansprechen
Gefragte Fähigkeit: Geduld, Zuversicht, Einfühlung 


B    Eher zielorientierte Beratung
- Was soll erreicht werden? Wie lautet das Ziel?
- Zeitvorgaben machen /Zeitbewusstsein pflegen 
- Plan machen, klare Zwischenziele festlegen, mit deadlines und Ablauf-
  plänen arbeiten
- Mittel (Kräfte) reflektieren (Soll-Ist-Vergleich)
- Ressourcenbewusstsein (zur Zielerreichung) stärken.
- Beim Thema bleiben (fokussieren)
- Mit Disziplin arbeiten
- Zeitvorgaben sehr ernst nehmen (sich nicht verlieren).

Mut, den Beratungsverlauf und die Interventionen rechtzeitig zu korrigieren
Beratungsreflexion: Dauernde Zwischenziel-Reflexion
Gefragte Fähigkeit: Genau hinschauen.


Beratungswege, die einen erweitern können:
a) Wenn es Ihnen schwer fällt, die Thematik ZIEL(suche) zu vergessen, ja loszulassen, dann A
b) Wenn es Ihnen schwer fällt, überhaupt mit Zielen zu arbeiten, dann B .

Beratungswege, die das vorhandene Potenzial des „persönlichen Weges“ nutzen wollen:
a) Wenn es Ihnen schwer fällt die Thematik ZIEL(suche) zu vergessen, dann B.
b) Wenn es Ihnen schwer fällt, überhaupt mit Zielen zu arbeiten, dann A.

Siehe auch unter:  https://momentmalberater.wordpress.com/