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Verdrängungs-Funktionieren oder Depression oder Sucht

 – Welches Schweinderl hätten S´ denn gern?
Wir müssen flexibel sein, mobil sein, dürfen nicht wehleidig sein und müssen zukunfts-offen bleiben. Ein derartiger Umgang mit dem Vertrauten, dem Erreichten, dem Zurückgelassenen läuft auf möglichst reibungslose „Trennungskompetenz“ hinaus. Dieser dauernd abverlangte Verlust von Sicherheit - es ist auch ein wesentlicher Enteignungs- und Entfremdungsvorgang - wird durch keine „Innovation“ ausreichend kompensiert und macht deshalb viele „traurig“(Soll das jetzt mein Leben gewesen sein? Ich schaffe die Trennung nicht so einfach. ...) – auch wenn ihnen das nicht bewusst ist, auch wenn ihr „Kopf“ hilflos zu trösten versucht, „es gehe einem ja noch relativ gut.“ Und viele andere halten es ja auch aus, kränkeln eben nicht. –
Dennoch bleibt festzuhalten:
Depression ist eine „natürlich-vernünftige“ Folge! Das Weiter-Im-Hamsterrad-Funktionieren-Können sollte dagegen endlich auf seinen versteckten Krankmachergrad untersucht werden und nicht mehr unter dem Stichwort „Resilienz“ hochgelobt werden.
Andere lässt dieser fundamentale Verlust, dieses Defizit süchtig werden, süchtig nach verheißendem Ersatz, nach Dauerersatz (mehr Geld, Waren, Prestige), nach „Stoff“ für die schmerzende Leere.
Das – dieser vertiefte Einstieg ins Suchtsystem - ist ihre, häufig gut angepasste, Form des „Ausstiegs“.