· 

Verplanung und Zielfixierung

Ein Versuch, die vermeintlichen (Lebens-) Rettungsanker Verplanung und Zielfixierung kritisch zu befragen.
(Damit ist - unausgesprochen - zugleich den versteckte Kampf zwischen Coaching und Supervision behandelt)

1. Instrumentelle versus menschliche „Beziehungs“-Gestaltung
Der Plan soll das Leben/die Umstände „in den Griff bekommen“, eben „zielführend“ sichernde Struktur bringen. Er orientiert (sich) an Regelhaftigkeit, Zuverlässigkeit und „Störfaktor“-Beseitigung. Er soll/will sich ja schließlich durch Funktionieren als realistisch empfehlen. 
Funktionieren-müssen lehrt Funktionalisieren.
Menschen, Dinge und Prozesse werden funktional betrachtet und behandelt. Damit das Funktionieren (des Plans, der Norm, der „Zielvereinbarung“) gesichert bleibt, müssen sie zur instrumentellen Verfügbarkeit hergerichtet (fügsam, einfügbar gemacht = „hingerichtet“) werden.

2. Plädoyer für ein Prozessbewusstsein - gegen die Ergebnisfixierung
Das was jetzt ist, ist die Folge des Vorherigen.*
Wenn also jetzt etwas zu Ende ist, dann sind vorher – durch Aktion und Unterlassung – dafür die Bedingungen geschaffen worden. Das Ende ist nur der Schlusspunkt einer längeren (Phasen-) Geschichte. Wenn einem der Endpunkt nicht gefällt, müsste man die Entwicklung bis dorthin „bekämpfen“. Aber das ist nicht möglich, denn sie ist ja vorbei, eben abgeschlossen.
Als einzige Möglichkeit bleibt einem, die gewordene Gegenwart zu akzeptieren und für die Zukunft zu lernen. Dieses Lernen geschieht allerdings nur, wenn diesmal „angemessene“ Zeit für eine Aufarbeitung des Geschehenen genommen wird, erst danach kann mensch „beim nächsten Mal“ in gebührender Tiefe achtsamer, bewusster, sorgsamer** mit dem realen und eben nicht phantasierten (Austausch-) Prozess umgehen.
Dennoch bleibt Tatsache, dass der Prozess eine Entwicklung vorantreibt, deren gesamte „Ernte“ erst an seinem Ende sichtbar wird.
*Auch das Hinzutreten des „Zufalls“ ist nicht ganz so frei und undeterminiert, wie es auf den ersten, überraschten Blick den Anschein hat.

*Auch das Hinzutreten des „Zufalls“ ist nicht ganz so frei und undeterminiert, wie es auf den ersten, überraschten Blick den Anschein hat.
**Der Komparativ sagt schon, dass in der Vergangenheit zu wenig von selbigem vorhanden war und gerade die Flüchtigkeit das ungute Ende befördert hat.