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Zukunftsorientierung

 

 

Bringt sie notwendig die Entwertung des Alten mit sich?

 

 

 

„Ja, es stimmt“, sagte der Fußballspieler nach dem Spiel in das Mikrofon,“Wir haben heute auf dem Platz ein verdammt mieses Stick abgeliefert“.

 

„Woran lag es?“, wagte der Interviewer zu ergründen. „Es hat keinen Zweck, da jetzt rumzuforschen“, unterbrach ihn der Spieler, „wir müssen nach vorne schauen, nächsten Samstag ist wieder ein schweres Auswärtsspiel. Da haben wir eine neue Chance, darauf müssen wir uns jetzt konzentrieren…“

 

So läuft es Samstag für Samstag.

 

Ist doch bestechend, der Optimismus des Spielers und der lösungsorientierte Blick in die Zukunft!?

 

 

 

Diese Umgangsweise mit „Ausrutschern“ herrscht nicht nur im Sport. Auch in der übrigen Gesellschaft will man schnell vergessen, schnell hinter sich lassen die Zeit, als man Fehler machte. Der Fehler, die Kritik, das Unvollkommene ist unangenehm.

 

Vorne liegt die Zukunft, da geht’s lang. Das ist schließlich auch die Grund-Überzeugung aller Motivationskünstler ( und -Trainer). Auch der Einwand gegenüber neuen Euphorien wird gerne als „gestrig“ abgetan. „Nun fang doch nicht schon wieder vorher an“. „Bedenkenträger“ sollen am liebsten zurücktreten - oder wenigstens den Mund halten.

 

Diese Haltung der Ungeduld und des Wegsehens hat umfassendere Folgen:

 

Die Entwertung von Vergangenheit als Lernfeld schließt die Entwertung der Alten als Dialogpartner ein.( Ch. Schachtner)