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Mit Flexi-Mobilität in die Depression

Vor mehr als 10 Jahren schrieb ich an dieser Stelle engagiert:

 

Solange wir Werte wie Tempo, Kurzfristigkeit, Flexibilität(Reibungslosigkeit), Mobilität, Multifunktionalität, Universalität(!) so überzeugt undiskutiert hochhalten, gibt es keine Lösung, keine Entspannung! Auch nicht, solange das Leiden an solche einer Welt vorrangig unter medizinischer Fragestellung thematisiert wird.(Kleiner Hinweis von dem Ulmer Soziologen Richard Peter an die Mediziner- u. Psychologenzunft, die am Phänomen mitverdienen: "Wenn man permanent unter Existenzangst leidet, hilft die beste Entspannung nicht mehr.")

Solange uns das als erstrebenswerter „Fortschritt“ erscheint und verkauft wird, solange haben wir es auch nötig, den nichtenden Dauerstress in „lebenslanges Lernen“ umzutitulieren oder haben es nötig die Rente mit 70 als Zeichen für unser "Ewig- jung- bleiben" umzudeuten.

Die Gegenwerte wie Eigenzeit, Reifungszeit, Kontinuität (Geschichtsbewusstsein), Beständigkeit und Sesshaftigkeit (Raumbewusstsein) werden bisher geopfert auf dem Altar des heiligen „globalen Wettbewerbs“ samt seiner weltweiten Freizeitindustrie.

Aber diese „Opferpflicht“ tut den zwangs-beteiligten Menschen erkennbar Gewalt an –Sie werden so (logisch !) mehr und mehr heimatlos, d.h. orientierungslos, bindungsunfähig, trauergestört(weil ungeduldig lösungsfixiert) und oberflächlicher durch den stets lauernden Wechselzwang - samt Zustimmungsimperativ.

 

Meine verzweifelt-rhetorische Frage: Wann wird das denn endlich genügend realisiert!?