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Fehlentscheidungen

1. Gründe zur Entscheidung
Interessen, Vorlieben, Werte, Normen, Situationseinschätzungen etc. sind Entscheidungs-Begründungen. Gründe müssen vorhanden sein für eine E . Sie reichen aber nicht aus, der Entschluss, der Akt zur  Entscheidung muss hinzukommen.

2. Person und Konsequenzen
Der Wille zur Entscheidung kommt vom Subjekt. Das Subjekt muss Gründe und die Bereitschaft zur Entscheidung haben und die (erkannten) Konsequenzen riskieren wollen. - Sonst wird nicht "entschieden".


Entscheidungen, die "daneben" gehen
a) Fehlentscheidung      Fehler bei der Verwendung von Gründen
•    Irrtum über Situationseinschätzung und Zielvorstellung. Fakten wurden falsch eingeschätzt.
•    Selbsttäuschung: subjektiv verzerrter Gebrauch zugänglicher Informationen. Denkbar auch Täuschung über eigene (zukünftige) Bedürfnisse. Man kann Entscheidungen allerdings nur an gegenwärtigen Bedürfnissen ausrichten. Veränderungen sind nicht wirklich vorhersehbar, da sie erst aus Erfahrungen resultieren und die Folge der je getroffenen E sind.

b) Nicht-Entscheidung    Das Subjekt verweigert seinen Beitrag
•    a) Entscheidungs-Unfähigkeit
Der Versuch einer objektiven "wissenschaftlichen" E-Begründung für Alltagshandeln (akribische Pro/Contra-Auflistung) führt leicht zu einer Selbstblockierung, denn der subjektive Beitrag fehlt.  Häufige Konsequenz: faktische Auslieferung an die Ereignisse oder die Entscheidungen anderer.
•    b) "Therapie-Sucht": hier zwanghaftes Aufsuchen und Angewiesensein
    auf angebliche "Entscheidungs-Experten".

c) Pseudo-Entscheidung    Subjekt will die Konsequenzen nicht tragen
Extensive Nutzung der Revidierbarkeit von Entscheidungen. Bsp.: Heirat - Scheidung .... Heirat.... usw.
Durch die Rücknahme von getroffenen Entscheidungen entsteht eine Aneinanderreihung von wiederholten Verhaltensabläufen. Darin zeigt sich eine Leugnung der Gerichtetheit und Begrenztheit der Lebenszeit. Der Aufschub hält in Schwebe.

Nicht-Entscheidung und Pseudo-Entscheidung schaffen keine individuelle, persönliche Lebensgeschichte. Der innere Sinnzusammenhang drückt sich nicht im Entscheidungs-Verhalten aus, er fehlt.
Versäumnis:         >   Weiterentwicklung,  Erwachsen zu werden
                               >    Eigene Biografie aufzubauen
                               >    Identität im Lebens-Lauf zu gewinnen.