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Der Kampf gegen die Gewohnheit

Die liebe Gewohnheit. Sie macht das Leben einfacher. Sie sagt mir ohne Verzögerung, wie ich mich in Situation A oder B verhalten soll. Sie  entlastet mich von mühsamem Abwägen oder schützt mich gar vor langem Grübeln. Sie gibt mir Sicherheit.

Die böse Gewohnheit. Sie hält mich in Sackgassen fest. Sie macht mich verbohrt, so dass ich eine Alternative nicht denken, sehen oder gar umsetzen kann. Sie ist sehr stark , sie bastelt weiter an meinem selbst gebauten Gefängnis. Wie selbstverständlich verbündet sie sich mit meinem gewieften, inneren Schweinehund. Sie treibt letztlich Lebendigkeit aus.

Kann man diese zweite mächtige Gewohnheit zurückdrängen, verändern oder in die Schranken weisen?
Ich denke, es ist mindestens einen Versuch wert: der erste Schritt ist, den geistigen Horizont – wieder – zu öffnen. (Gewohnheit ist immer enge Auswahl). Danach folgt das bewusste nicht nach Gewohnheit handeln. Und zum Schluss stellt sich – wenn es gut läuft – ein anderes, positives Gefühl zu dem alternativen Handeln, jenseits vom Gewohnten ein.

Erster  4-er-Schritt zur Bewusstmachung
1. Situation

2. So reagiere ich „normalerweise“. Typisch ich.
(Gewohnheit flüstert: So ist es richtig, so habe ich es immer schon gemacht. Das ist doch normal und bewährt!)

3 So könnte mensch auch reagieren oder agieren.

4. So werde/möchte ich das nächste Mal agieren/reagieren.