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Richtig oder Falsch

Popper hin, Popper her
Die obige Frage formuliert immer noch die richtige Alternative, auch in heutigen Zeiten der zu forschen Gedankenpolizei und des gleichzeitigen Relativismus. Sie zu stellen und zu beantworten schafft Orientierung. Also einem verbreiteten Wahrheitsrelativismus, der nur viele Wahrheiten kennt, will ich hier nicht das Wort reden, keinesfalls.
Aber!:
1. Wenn wir etwas für richtig halten und es nicht mehr zur Diskussion stellen (d.h.intersubjektives Überprüfen), dann droht Falsches, falsches Für- wahrhalten. Wenn wir wegen oder trotz des Für-Richtighaltens uns der Auseinandersetzung entziehen (aus Angst vor neuer Verunsicherung und Mühe), dann drohen Dogmatismus, Autoritarismus und Rigorismus.
Die „richtige Position“ - sofern sie nicht arrogant und reine Machtausübung ist - braucht die Gegenposition nicht zu scheuen, da sie Argumente hat!
Wenn wir uns der Befragung (von außen) nicht mehr stellen oder wir nur eine rein subjektiv gültige Wahrheit zu verkünden wagen, dann ist unsere Position nicht vermittelbar.
Dann heißt es: Man gäbe sein „Statement“ ab und verführe nach dem Motto „Jeder hat eben seine Sichtweise“ – auf Wiedersehen. - Dann müssten wir „allein“ zu ihr stehen und blieben auch allein.


2. Wenn wir das Fehlermachen und Falschliegen scheuen und sehr hoch bewerten (existenzielle Verunsicherung), dann „dürfen“ wir Schutzbedürftigen uns auch nicht dem rauen Einwand einer Gegenposition stellen – und verhindern so letztlich Klärung. Mehr noch, wir entscheiden uns dann aus scheinbarer Klarheit heraus und halten am Falschen fest.
Das Falschliegen selbst ist nicht das Problem, sondern die Angst vor dem Fehlermachen und Schwachsein.

Also gilt es sich mutig für das bis jetzt richtig Erkannte einzusetzen - wissend, das letztlich alles „vorläufig“ und endlich ist.
Eine Umkehr und Revision gilt dabei nicht als Niederlage, sondern als Hinzulernvermögen. Diese Neupositionierung muss positiv gedeutet und auch so empfunden werden.
Auseinandersetzung um richtig oder falsch -, also Konfliktbereitschaft ist die beste Medizin gegen autoritäre, unnahbare und trügerische Pseudoklarheit wie Scheinwahrheit und sogar gegenüber gut zementierten Fake-Welten.