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Speck für junge Mäuse

Moderner Kundenfang: Krisenbewältigung a la Volksbank*
Der folgende Text(s.u.) lief mir im Netz über den Weg. Er ist so einseitig und fachlich falsch oder oberflächlich, dass ich es mir nicht verkneifen kann, die vernachlässigte Perspektive mit kurzen Anmerkungen zu  ergänzen.
Aber ich will der Bank nicht absprechen, dass sie Erfolg(Kundengewinnung) mit dieser Masche bei jungen Menschen hat.

 

Krisenbewältigungsstrategien

Wie wir mit Niederlagen besser umgehen können
Krisenbewältigungsstrategien werden uns in die Wiege gelegt: Schon in der Kindheit entwickeln wir die Voraussetzungen dafür, Niederlagen zu verarbeiten. Doch auch später können wir dies noch lernen – mit diesen vier Schlüsselfaktoren.
Gerade bei diesen „vier Faktoren“ sich wirklich zu bewegen, kann für viele eine Lebensaufgabe sein und viel Mühe und Zeit kosten.

 

Akzeptanz – was vorbei ist, ist vorbei
Vergangenes lässt sich nicht rückgängig machen. Vom Kopf her wissen wir das alle, aber auch Vergangenes lässt sich nicht rückgängig machen. Vom Kopf her wissen wir das alle, aber auch Bauch und Herz müssen es begreifen. Energie, die in die Vergangenheit gerichtet ist, nützt uns wenig. Sinnvoller ist es, in die Zukunft zu schauen und sich Gedanken darüber zu machen, was ab jetzt besser werden soll. Dafür müssen wir zunächst das Alte akzeptieren, dann den Übergang ins Auge fassen und uns schließlich bewusst auf das Neue ausrichten.
Wenn nicht genügend Energien auf die Verarbeitung von Niederlagen, Fehlern, Unglück  und Schicksalsschlägen verwandt werden, kann es passieren, dass der Mensch nicht das Richtige lernt und diese negative Erfahrung als Dauerbedrohung ihm in den Knochen stecken bleibt.
Wie akzeptiert man denn das Alte, das uns geschwächt und gekränkt hat? Schwamm drüber? Wie sieht denn der vertrauenswürdige Übergangsweg aus?
Es hängt vom Thema ab (Prüfungsversagen, Mangel an soft skills, Mobbing, Betrugserlebnis, Krankheit etc) und es ist eine Frage der Zeit, wann obige Schlaumeier-Tips sinnvoll sein können. Auf jeden Fall ist es ist individuell unterschiedlich, ab wann ein Blick nach vorn und wann/wie lange der in die Aufarbeitung der Vergangenheit not-wendig (!) ist.

 

Optimismus – mit Zuversicht in die Zukunft
Mit Miesmachen, Schwarzsehen oder einer Kopf-in-den-Sand-Politik kommt man im Leben nicht weiter. Energie und Freude gehen dann verloren. Ein typischer Pessimist sagt: "Das musste ja so kommen!" Ein Optimist sagt stattdessen: "Schauen wir mal. Ein bisschen was geht immer." Optimisten legen nicht die Hände in den Schoß und warten ab, bis es besser wird. Sie sind bereit, einfach loszulegen und etwas auszuprobieren. Sie glauben an sich selbst und an ihre eigenen Stärken.
Wie wird denn aus einem Pessimisten ein Optimist? Durch das Lesen obiger Weisheiten? - Ach wie ist das Leben einfach.
Hände in den Schoß? Warum sollte der Optimist auch zögern und abwarten! Aber der Pessimist, der hat Gründe dafür.
Wo hat der Pessimist recht, wo ist der Optimist blauäugig oder ignorant?

 

Selbstwirksamkeit – Probleme sind Herausforderungen
In den meisten Situationen fragen wir uns unbewusst: "Schaffe ich das?" Unser Erfolg hängt stark davon ab, ob wir diese Frage bejahen oder Zweifel haben. Mindestens ebenso stark fällt die positive Überzeugung von unseren tatsächlichen Fähigkeiten ins Gewicht. Wir müssen daran glauben, dass wir in der Lage sind, Neues zu lernen und auch schwierige Aufgaben zu bewältigen. Hilfreich ist, wenn wir in gutem Kontakt mit uns selbst, mit unserem Körper sind. Dann können wir unsere Kraft und unsere Möglichkeiten realistisch einschätzen.
Wir müssen dran glauben. Ja das stimmt. Aber wie komme ich zum Glauben? Wie erreiche ich die positive Überzeugung über meine „tatsächlichen Fähigkeiten“ (welche immer das sein sollen) ? Wo sie mir doch grad nicht zur Verfügung standen.
Sollen wir mehr Sport treiben, um unsere Kraft zu spüren? Reicht das? Oder geht auch Meditation?

 

Verantwortung – Lösung statt Schuldzuweisung
Jeder Mensch geht anders mit schwierigen Situationen um. Eine weitverbreitete Haltung ist es, anderen die Schuld zu geben. So weisen wir die eigene Verantwortung von uns ab und müssen nichts an unserem Verhalten ändern. Wenn wir uns über andere aufregen, befreit das vorerst und gibt uns das Gefühl, den eigenen Selbstwert zu wahren. Doch Konflikte werden so nicht gelöst. Wir halten viel zu lange an negativen Gefühlen fest. Deshalb müssen wir die Verantwortung für unseren Anteil an den Schwierigkeiten übernehmen. Wenn wir unsere Reaktionen auf andere Menschen ändern, dann ändern sich zwangsläufig auch die anderen.
Wie wahr . Wie macht man das? Wie kommen wir dahin, diesen realistischen Blick auf die Selbstverantwortung zu wagen? So schön simpel wie wahr sind diese Weisheiten, dass sie einen schon zornig machen können.
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Oh, sofort hin, das ist der nächste Schritt, um meine Probleme – ach nee, meine Herausforderung - zu lösen: „Netzwerk, Lösung, Future“, das ist der Weg, das hört man doch überall!

 

* https://www.vr.de/junge-kunden/tipps-und-wissen/krisenbewaeltigungsstrategien.html