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Ungleiche Geschwister: Angst und Sensibilität

Aus der Angst können wertvolle Hinweise kommen, die einen warnen, die andere warnen  vor Fehltritten oder gefährlichen Wegen.
Angst kann einem helfen, für die gespürten Bedenken rationale Argumente zu finden - sofern sie sich um Begründung bemüht und nicht einfach „Nein“ schreit. Aus dem Irrationalen kann also eine gute Korrektur für Unbedachtsamkeit oder naiven Optimismus erwachsen.
Sie ist eine Gegenkraft gegen eingefahrene, unhinterfragte „Herausforderungen“ in einer lernresistenten „Fortschrittsgesellschaft“..
Sie kann, kann, kann - aber nur, solange sie noch keine Qual ist.
Wir sollten sie, bejahend, auf den Prüfstand der Argrumente schicken. Welche Seite dabei siegt , ist nicht von vornherein klar.
Angst ist kein Zeichen von Schwäche – höchstens dann, wenn sie einen durchgängig beherrscht – sondern vielmehr die Folge eines hochgradigen Wahrnehmungsvermögens. Deshalb ist sie nötig, denn: Ohne hohe Sensibilität fällt uns einfach nichts auf und ein.
(Nach Jürgen Hengelbrock/Philosoph).