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Du sollst niemand unterbrechen !

Zur Missbrauchsmöglichkeit von Kommunikationsregeln

Diese Regel ermöglicht gute Kommunikation, denn
- sonst fördert das dauernde Dazwischenreden die Unkonzentriertheit
- Unterbrechungen nerven, weil nicht zugehört wird und man sich als Redner gedrängt und abgeschnitten fühlt
- diese Regel wirkt gegen das Aneinander-vorbeireden, sie gibt Struktur und verhindert ein Chaos
und Durcheinander. 

Das ist nicht so, denn
- es ist eine Regel für lähmende Endlosredner, Wichtigtuer und Laberer
- sie führt beim disziplinierten Zuhörer zu versteckten inneren Spannungen und unterdrückten Impulsen ( entstehende Aufschieberitis)
- sie behindert lebendigen Austausch. Im Gegenteil, sie stabilisiert vielmehr bestehende Kontaktlosigkeit und  zusammenhangsloses Aneinanderreihen von unterschiedlichen Statements.

Prüffrage könnte sein:
Werden Machtpositionen und Ungleichheiten durch diese Regel ausgebaut oder werden durch sie mehr Beteiligung und inhaltliche Tiefe ermöglicht?