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Lernen ist nicht gleich Lernen

Lernen von Kindern/Jugendlichen
-  sie benötigen Leitlinien. Ihnen müssen Lebensprinzipien, die der
   Orientierung dienen, vermittelt werden
- sie brauchen Vorbilder, denen sie nachstreben können (Modelle mit denen
..sie sich identifizieren)
- sie bedürfen der Anregung von außen, damit sie sich gut entwickeln können
- sie müssen geführt werden, folgen dem Beispiel der Erwachsenen.
- ihr Lernprozess ist zugleich ihr Reifungsprozess zum Erwachsenen.

Lernen von Erwachsenen
(sofern sie wirklich welche sind! = relativ autonom)
- sie haben (unterschiedliche) persönliche Leitlinien durch ihr Leben herausgebildet
- sie haben sich von Vorbildern gelöst und brauchen keine
- sie können vermeintliche Vorbilder differenziert, d.h. auch kritisch sehen.
- sie entwickeln sich nicht über Identifikation  (außer im Liebesverhältnis).
- sie haben sich entwickelt und sind unabhängiger, wählen vor diesem Hintergrund
  selbst aus, was sie voran bringt
- sie brauchen keine Führung. Sie können und sollten gegenüber fremder Führung auf Distanz gehen  (können).
- "Folgen" hilft ihnen nur temporär und nach freier, bewusster Entscheidung.
- Erwachsene sind „reif“.

Wo in der (organisierten) Erwachsenenbildung und Arbeitswelt -  in den sog „Trainings“ des „lebenslangen Lernens“ - wird heute auf diese Unterschiede eingegangen?

Erwachsene mit kindgerechtem Lernen zu konfrontieren demütigt sie.
Also stellt sich die grundsätzliche (rhetorische) Frage: Können überhaupt selbstbewusste Demokraten nachwachsen, wenn ein erwachsenen-gemäßes Lernen kaum oder so selten zugelassen und gefördert wird?